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24. August 2007:
Skulpturen + Projekte + Biennalen =
Regionale Kultur(-politik) im Münsterland?

Wie sieht das kulturpolitische Profil des Münsterlandes aus?

Führung

27. August 2007, PRESSEMITTEILUNG
Zwischen „Wiedererkennungswert“ und „Strohfeuer“
– das kulturpolitische Profil des Münsterlandes

Eine lebhafte Diskussion entspann sich zwischen den Experten und dem (Fach-)Publikum bei einer Veranstaltung zur regionalen Kulturpolitik der SPD im Regionalrat Münster.
FührungZuvor hatten die Teilnehmer die Skulpturen-Ausstellung besucht  und neben den Kunstwerken auch über die Nachhaltigkeit derartiger Großprojekte diskutiert.
Bernhard Daldrup erinnerte an die Anfänge der regionalen Kulturpolitik – ein rot-grünes Projekt, das anfangs auf Widerstand stieß und heute, von der Landesregierung fortgeführt, im Münsterland erfolgreich sei.

 „Ist es möglich, ein einziges Label für die Kultur im Münsterland zu schaffen? Und vor allem – ist das sinnvoll?“, waren einige der Hauptfragen, die vor unterschiedlichen Standpunkten bewertet wurde.

Diskussion

Peter Amadeus Schneider, Vorsitzender des Kulturforums Münsterland und Bürgermeister von Nottuln, forderte mehr regionale Kulturarbeit. Für ein erfolgreiches, regionales Profil brauche es „Unverwechselbarkeit“ und „Identifikation“. 
Er kritisierte die Beliebigkeit der „Eventkultur“, mahnte aber gleichzeitig auch die Beantwortung praktischer Fragen an: „Sollen wir Kultur nur dann fördern, wenn sie erfolgreich ist?“ Von der Politik forderte er vor allem die Förderung der Kultur, aber keine eigenen Aktivitäten. Schließlich wies er darauf hin, die Kultur zunehmend auch als Wirtschaftsfaktor ernst zu nehmen.

Kulturarbeit dürfe nicht immer mehr in den Sog des Marketings kommen, forderte Dr. Josef Spiegel, Geschäftsführer des Künstlerdorfes Schöppingen.
Am Beispiel der Geschichte der Skulpturen-Ausstellungen machte er deutlich, dass sich der Begriff der „Öffentlichkeit“ seit 1977 deutlich verändert habe. Sein Plädoyer ging dahin, nicht zu Beginn einer Förderentscheidung auf die Vermarktungsfähigkeit von Kunst und Kultur zu schauen. Offenheit gegenüber neuen Medien, zeitgenössische Entwicklungen wie das Internet oder andere kulturelle Milieus und andere Sparten  wie etwa die Wissenschaft  einbeziehen, das waren einige seiner Botschaften.

Einen pragmatischen Ansatz wählte Jan-Christopher Tonigs, der seit einigen Wochen das Koordinationsbüro für Regionale Kulturpolitik des Landes leitet. Ausgehend von der regionalen Kulturpolitik stellte er die Frage, ob die Förderpolitik der Maßstab für die Formulierung einer zusammenhängenden regionalen Kulturpolitik sein müsse.
„Wer macht was für wen? - Vor allem die Identifizierung der gegenseitigen Verflechtungen ist wichtig“, bezeichnete er die Schaffung von Netzwerken als wichtige Aufgabe für eine funktionierende Kulturpolitik in der Region. Dafür bekam er Zustimmung von den Anwesenden aus den Reihen der anwesenden Künstler und Fachpolitiker.

Zu einer Forderung nach einem einheitlichen Kultur-Profil für das Münsterland kam es nach Ablauf der rund zweistündigen Diskussion nicht. Die Anwesenden waren der Meinung, dass Vielfalt und Flexibilität, die Offenheit für neue Fragestellungen und ein gewisser Experimentalcharakter eher ein attraktives Profil darstellen, als ein festgeschriebenes Veranstaltungsprofil.

„Die SPD wird diese Gespräche weiter fortsetzen“, erklärte Bernhard Daldrup. Er verwies darauf, dass seit sechs Jahren ein kontinuierlicher Dialog der SPD mit Kulturschaffenden in der Emscher-Lippe-Region geführt werde, den es in der Form im Münsterland nicht gebe. „Die Frage der Existenzsicherung von Künstlern ist dabei ein mindestens so wichtiger Punkt wie die Frage, ob „Kultur“ ein Förderschwerpunkt für die EU-Förderung sein kann.“

Führung